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Felix Felicis und mein erstes Mal Berlinale

Berlinale. Das klingt nach Hollywood, rotem Teppich, Hugo Boss, Audi, Borchardt, unzähligen Parties, besucht von ebenso unzähligen A bis Z Promis und vor allem nach sehr viel Berlin und sehr viel Film! 


Berlin und Film -  diese Kombination gefällt mir ausgesprochen gut!
Unsere Hauptstadt war vom 05.02.-15.02.2015 the place to be. Der Mittelpunkt des Happenings der internationalen Filmbranche in und um Mitte.
Wir entschieden schon vor Wochen, dass es dieses Mal klappen sollte mit der Berlinale. Wenigstens für ein Wochenende, denn unser Lieblingsregiesseur - Darren Aranofsky - saß dieses Mal mit in der Jury. Im Rahmen der Filmfestspiele finden immer jede Menge Veranstaltungen statt. Die Jurymitglieder nehmen neben ihrer Juryaufgabe auch noch andere Termine wahr und so hat man die Möglichkeit als Filmemacher den Vorbildern z.B. bei einer Podiumsdiskussion zu lauschen. Ob uns das gelingt, wussten wir vor unserer Abfahrt noch nicht, da wir keine Tickets mehr bekamen, aber wir waren trotzdem guter Dinge und setzten auf unser Glück.


Berlin, Berlin - Wir fahren nach Berlin!
Am Nachmittag des 6.Februars fuhren wir also in die große Stadt an der Spree. Fast ein Jahr ist es her als wir das letzte Mal da waren. 
Wie immer blieb uns nicht viel Zeit und so versuchten wir - wie immer - das Maximum aus der Zeit herauszuquetschen. Ungewöhnlich für dieses Wochenende war, dass Wesley und ich ein wenig die Rollen getauscht hatten. Normalerweise bin ich diejenige die etwas angestrengt alles plant, damit all das klappt, was klappen soll.

Ich weiß nicht ob es an Yoga liegt, aber ich glaube ich habe gelernt manches einfach loszulassen, geschehen zu lassen, auf mich zukommen zu lassen.
Und so kam es, dass dieses Großstadt-Kurztrip-Wochenende eines der interessantesten und gleichzeitig entspanntesten jemals wurde.

Natürlich machten wir uns im Vorfeld schlau was man wann, wo sehen sollte und auch unseren Freunden in Berlin gaben wir ein Zeichen, dass wir da wären. Von einem echten Plan waren wir aber dieses Mal weit entfernt. Ganz entspannt eben.
Wir gingen Samstagmorgen einfach los - zum ersten Mal ohne Auto - stattdessen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Klappte wunderbar, mit Hilfe einer App und netten Berlinern. Easy-peasy!

Auf die Berlinale - Fertig - Los!
Im CineStar angekommen entschieden wir uns den Film "Ben Zaken" anzusehen. Ich kann nicht sehr viel dazu sagen, weil ich eingenickt bin, aber er hat mir besser gefallen als Wesley.
Hier gibt es ein paar Infos zum Film: Ben Zaken

Anschließend aßen wir beim Asiaten zusammen mit hunderten von anderen "Berlinale-Nasen" in den "Berlinale-Arcaden" und schielten bei einer Portion Nudeln mit Gemüse und grünem Tee verstohlen auf deren "Badges", nach denen wir uns insgeheim auch sehnten, um überall ungehindert Zugang zu haben.

Aber wer braucht schon Badges? Wir hatten etwas viel Besseres: Felix Felicis. Zumindest fühlte ich mich so als hätte ich etwas von dem extrem starken Glückstrank aus "Harry Potter und der Halbblutprinz" gehabt.
Eine Dosis davon und man erlebt einen Tag an dem einem alles gelingt. In unserem Fall vielleicht sogar ein Wochenende. Getragen von dem Gefühl eine ordentliche Portion Glück im Gepäck zu haben, ließen wir uns weiter treiben. Zunächst ins Hotel für eine kleine Pause.
Ohne zu wissen was der Abend bringt, erreichte uns völlig unerwartet eine Einladung eines lieben Freundes und Kollegen. Wunderbar!

Wir verbrachten daraufhin einen sehr schönen Abend im Hotel Indigo am Alexanderplatz, im Rahmen des Kälbermarkts. Gastgeber war der Berliner Fotograf Henrik Pfeifer, der an diesem Abend ein paar seiner schönsten Fotografien von jungen Schauspieltalenten ausstellte. 

Hungrig vom Erzählen verschlug es uns in mein Lieblingsrestaurant "pan-restaurant" am Fuße des Prenzlauer Bergs. Dort gibt es unheimlich gute philippinische Küche. Der Filipino an sich isst gerne Fleisch, aber ich kam ganz und gar nicht zu kurz. Das gegrillte Gemüse mit dreierlei Dips kann ich jedem wirklich nur empfehlen. Vor allem, wenn man am späten Abend nichts mehr schweres essen mag.

Go with the Flow
Gerade als wir nicht damit rechneten schlug unser Freund vor, ihn noch auf gut Glück zur After-Show-Party von "Victoria" - einem herausragenden Film im Wettbewerb der 65.Berlinale - zu begleiten. Wir hatten ja sonst nichts vor.
Eigentlich kommt man bei solchen Ereignissen ohne Gästeliste nicht rein und auch unser Freund, der auf dieser Gästeliste stand, hatte Anweisungen ohne Begleitung zu kommen.
Zum Glück war die Party noch nicht so recht im Gange, somit waren die Türsteher nicht ganz so streng und wir durften auf unsere erste Berlinale After-Show-Party. Yes!
Nur eine halbe Stunde später war der Laden plötzlich ziemlich voll und die Einlasskontrolle nicht mehr ganz so locker.
Nach einem kurzen Rundgang durch die Location setzten wir uns mit einem Drink in der Hand neben die noch leere Tanzfläche. Die großen Sofas luden dazu einfach ein. Und wer kennt das nicht: Wenn man einmal sitzt...

Unser Dreiergespann plauderte über alles mögliche und amüsierte sich über den ein oder anderen schlafenden und wohl auch etwas angetrunkenen Gast auf dieser Veranstaltung.

Gegen 2.00 Uhr verließen uns schließlich die Kräfte und wir verließen glücklich und zufrieden die Party. Der beißende Ostwind hat uns im Nachhinein doch mehr Energie gekostet als wir dachten.

Zwei Glückspilze
Nach einer etwas zu kurzen Nacht versuchten wir fest entschlossen unser Glück bei den Berlinale Talents - genauer gesagt wollten wir unbedingt zur Podiumsveranstaltung "A Space Discovery", u.a. mit Regisseur Darren Aranofsky. Unser persönliches Highlight!

Wir hatten natürlich keine Karten, deswegen mussten wir wieder auf Felix Felicis hoffen und dass wir mit Hilfe der Warteliste irgendwie reinkämen.
Der Herr vom Ticketverkauf überreichte uns einen Zettel mit einer Nummer, machte uns jedoch klar, dass es keine Chance mehr gäbe reinzukommen.
So standen wir und viele andere junge Filmtalente mit einem letzten Funken Hoffnung, in Form eines Zettels, im Foyer im Hebbel am Ufer. Im Gegensatz zu Wesley, der fast schon verzweifelte, wusste ich, dass sich etwas Gutes ereignen würde.

Der Raum leerte sich mit jeder Minute. Die Stimmung war angespannt. Wir und ein paar wenige blieben allerdings standhaft. Keiner aus dem harten Kern wollte aufgeben.
Gerade als ich seelenruhig meinen Brownie aufgegessen hatte und über einen zweiten nachdachte, trat ein Berlinale-Mensch hervor. Nach einer gefühlten Ewigkeit des Wartens, was er uns wohl zu sagen hätte, erklärte er ohne große Umschweife, dass wir oben im zweiten Rang noch Platz hätten.
Was? Im ernst? In der gleichen Sekunde rannten wir plötzlich erstaunlich fit und freudig einige Treppen nach oben. Wir waren so schnell und überholten auf dem Weg noch einige. Wie kleine Kinder die im Sommer zum Eiswagen rennen.
Wir konnten unser Glück kaum fassen. An der letzten Tür, die uns noch von Darren Aranofsky trennte, bat eine Mitarbeiterin um unser Ticket. Ich spürte Wesley´s Enttäuschung aufsteigen und musste blitzschnell reagieren. Ich kramte unsere Nummer von der Warteliste hervor und schob es auf den Mann von unten. Er sagte schließlich wir dürften nach oben. Die Dame überlegte noch eine Sekunde doch da saßen wir schon in einer der Reihen. Jetzt war auch Wesley glücklich und es folgte ein kleines Selfie hier und da und dort.

Die nächsten 90-Minuten waren die inspirierendsten des ganzen Wochenendes.
Ich entschloss mich ein Drehbuch zu schreiben und Wesley nahm viel mit für sein nächstes Filmprojekt.
Auf YouTube kann man die Veranstaltung übrigens sehen: A Space Discovery

Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören
Ein tolles Wochenende lag hinter uns! Neben all den schönen Erinnerungen, nehme ich vor allem mit, dass man sich ab und zu ruhig ein wenig treiben lassen darf. Es scheint als ob gerade dann die besten Sachen passieren. Wenn man die Dinge zu verkrampft und verbissen angeht, weil man vielleicht den direkten Weg gehen möchte, übersieht man vieles was einen wirklich ans Ziel bringen kann. Immer wenn ich in Zukunft merke, dass ich verkrampfe atme ich kurz durch und lasse los. Ich öffne mich für das was sein soll und lasse es auf mich zukommen während ich ihm entspannt entgegen gehe.

Erschöpft und erfüllt traten wir genau 48 Stunden nach unserem Aufbruch die Heimreise an.
Der obligatorische Besuch bei meinem veganen Lieblingssupermarkt - Veganz - war vorher natürlich noch drin. Gestärkt mit ein paar veganen Wraps und mit zwei Stück veganem Kuchen für unsere Hundesitter/Freunde im Gepäck, fuhren wir nach Süden.

Danke, Berlin! Bis zum nächsten Mal!

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